Startschuss 2026: Von Frostschutz, Schlafenden Bäumen & dem Termin morgen

Ein gesundes, glückliches und erntereiches Jahr 2026 wünschen wir euch!

Draußen ist es still. Die Streuobstwiesen in Soden und Dornau liegen im Winterschlaf, die Äste sind kahl. Es sieht aus, als würde die Natur pausieren. Doch der Schein trügt: In unseren Obstbäumen passiert gerade Magisches. Bevor wir die Sägen herausholen, lohnt sich ein Blick darauf, warum der Winter für unsere Bäume überlebenswichtig ist.

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Warum der Frost ein Freund ist

Habt ihr gewusst, dass unsere heimischen Apfel- und Birnbäume den Winter nicht nur “ertragen”, sondern ihn sogar brauchen?

Es ist die sogenannte Vernalisation. Damit die Knospen im Frühling wissen: “Jetzt darf ich austreiben!”, benötigen sie eine bestimmte Summe an Kältestunden (den sogenannten Kältereiz). Ohne diese frostigen Tage würde der Baum im Frühling verwirrt sein und unregelmäßig austreiben. Der Winter ist also kein Stillstand, sondern das notwendige “Aufladen der Batterien” für die kommende Blüte.

Was passiert im Inneren?

Tief im Stamm und in den Wurzeln hat der Baum seine Vorräte (Zucker und Stärke) eingelagert – wie in einem Tresor. Damit das Wasser in den feinen Zellen bei Minusgraden nicht gefriert und die Zellen sprengt, hat der Baum seinen eigenen “Frostschutz” produziert. Er verdickt seinen Zellsaft mit Zuckerstoffen, was den Gefrierpunkt herabsetzt. Ein geniales Prinzip der Natur!

Warum wir diese Ruhezeit nutzen

Genau diese Ruhephase machen wir uns zunutze. Während der Baum seinen Saftstrom heruntergefahren hat, können wir pflegend eingreifen.

Zwar gilt im Lehrbuch oft: “Wartet mit dem Schnitt bis kurz vor dem Austrieb.” Das ist bei einzelnen Gartenbäumen auch richtig. Aber wir pflegen eine ganze Landschaft mit hunderten Bäumen. Würden wir warten, bis die Natur erwacht, blieben 90% der Bäume ungeschnitten.

Deshalb gilt bei uns die pragmatische Regel: Wir nutzen den Winterschlaf der Bäume für die Arbeit.

Unsere Vorteile im Januar:

  1. Der Röntgenblick: Ohne Laub sehen wir die Kronenstruktur perfekt. Wir erkennen sofort, wo Äste sich reiben und – ganz wichtig – wo die Misteln sitzen.

  2. Robuste Natur: Unseren alten Apfel- und Birnbäumen macht der Schnitt in der Winterruhe wenig aus, solange es nicht extrem friert (unter -5°C).

Einladung: Morgen geht es los!

Damit unsere große Mistel-Schnittaktion am 21. Februar reibungslos läuft, müssen wir wissen, wo der Handlungsbedarf am größten ist. Wir wollen unsere Kräfte gezielt bündeln. Nutzt den morgigen Tag für einen winterlichen Spaziergang mit uns!

Wir treffen uns zur Bestandsaufnahme und Begehung:

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  • Wann: Morgen, Freitag, den 02. Januar 2026 um 15:30 Uhr

  • Wo: Bürgerhaus Soden

Es wird morgen noch nicht gesägt, sondern geschaut und geplant. Wir laufen die Bestände ab und kartieren die Misteln für den großen Einsatz. Packt euch warm ein – wir freuen uns auf euch!

Eure Streuobstfreunde

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