Reife Beeren: Wie sich die Mistel jetzt verbreitet
Wer momentan durch die Streuobstwiesen läuft, sieht sie sofort: Grüne Kugeln in den kahlen Bäumen. Die Mistel schläft nicht. Im Gegenteil: Sie sorgt gerade für ihre Nachkommen.
Hier erfahrt ihr, warum der Winter für die Verbreitung entscheidend ist und wie der Samen auf den Baum kommt.
Die weißen Beeren sind reif
Schaut man sich einen Mistelzweig genau an, sieht man viele weiße, glasige Beeren. Diese sind jetzt vollreif. Für uns Menschen sind sie giftig. Für viele Vögel sind sie im Winter aber wichtiges Futter.
Der Klebstoff-Trick
Das Fruchtfleisch der Beeren ist extrem klebrig. Es wirkt wie ein natürlicher Superkleber. Darin steckt der Samen. Dieser Kleber sorgt auf zwei Wegen für die Verbreitung:
1. Übertragung durch Vögel Vögel fressen die Beeren. Der Samen wird unverdaut wieder ausgeschieden. Durch den Schleim fällt er nicht zu Boden. Er bleibt einfach am Ast kleben. Oft putzen die Vögel auch ihren klebrigen Schnabel an der Rinde ab. Damit “kleben” sie den Samen direkt auf einen neuen Ast.
2. Einfaches Herabfallen Es geht auch ohne Vögel. Überreife Beeren fallen durch Wind oder Regen nach unten. Sie prallen nicht ab. Sie bleiben an den Ästen darunter haften. So befällt die Mistel den eigenen Baum immer stärker von oben nach unten.
Warum wir handeln müssen
Egal wie der Samen auf der Rinde landet: Er keimt dort. Dann treibt er seine Wurzeln durch die Rinde bis ins Holz.
Jeder Tag mit reifen Beeren im Baum erhöht das Risiko für die gesunden Äste. Deshalb ist unsere Aktion am 21. Februar so wichtig. Wir entfernen die Misteln und stoppen damit die weitere Verbreitung.
Achtet beim nächsten Spaziergang mal darauf: Wo seht ihr die weißen Beeren leuchten?
Eure Streuobstfreunde